Jul
16

Tag 82 – Orvieto 10 km (ges. 1576,6 km)

Heute morgen, wie versprochen, meine Km von gestern nachgeholt (4 km zurückgelaufen) und dann Anlauf auf das Plateau genommen, auf dem Orvieto liegt. Kurz aber knackig steil bergauf. Direkt den Dom angesteuert und in der Sakristei, neben der Kapelle des Blutwunders, nach einer Schlafmöglichkeit gefragt. Dort wurde ich an die Dominikanerinnen vermittelt, diezwar nicht ganz so saftige, aber eben auch ordentlich Geld für ein Zimmer nehmen. Ich habe dann den Preis noch etwas herunterhandeln können auf Pilgertarif, dafür kann ich aber nur eine Nacht bleiben. Also nix mit Ruhetag morgen. Obwohl mein Körper geschlaucht ist, besonders noch von der gestrigen Etappe. Den Nachmittag habe ich zweiteilig im Park und in meinem Zimmer verschlafen. Messe um 18 Uhr in S. Maria und dann noch etwas schlendern und wieder mal eine Pizza gegessen. Warum eigentlich fast immer Pizza?
Die Antwort daruf gibt’s im Video, sowie das Treffen mit den Schwestern.
Mal sehen ob ich morgen am Lago di Bolsena irgendwie einen Ruhetag hinbekomme!
Bis dahin, gute Nacht!
(das Video endet leider etwas apprupt)

Jul
15

Tag 81 – Sferracavallo 38,1 km (ges. 1566,6 km)

Heute schickte mir der liebe Gott 2 Engel.
Einen um 04:30 Uhr in der Früh und einen 16 Stunden später am Abend. Vielleicht waren es heute auch noch mehr, aber die Beiden habe ich erkannt.
Der heute früh kam in Gestalt einer Fledermaus, die in meinem Schlafzimmer, dem Gemeinderaum immer wieder um mich herumflog, bis ich wach wurde. Selbst als ich das Licht anmachte und Anfing meine Sachen zusammenzuräumen flog das Tier beharrlich seine Runden. Unglaublich!
So war ich bereitsfrüh unterwegs. Als erstes wartete ca. 20 km eine „Meseta“-artige Straße auf mich. Fast immer Kerzengeradeaus. In meinem vermeintlichen Zielort Fabro angekommen, stelle sich heraus, daß der Pfarrer im Urlaub sei und deshalb Abends auch keine Messe. Es war erst Mittag, also warum warten?
Ich entschied mich weiter zu laufen. Irgendwas würde sich schon ergeben und dann hätte ich es morgen nicht so weit.
Dummerweise kam aber leider die nächsten 15 km nichts. Nur vereinzelte Landhäuser, entweder verfallen oder von wohlhabenden Menschen gesichert wie Fort Knox. Daß ich den einzigen Agriturismohof nicht angesteuert habe, habe ich später bereut.
Der Weg allerdings war grandios. Die Strecke von Fabro Scalo nach Allerone zwischen der SR71 und der Strada del Sole wäre absolut Via Romea tauglich wenngleich sehr anspruchsvoll.
Was sich dann beim Pfarrhaus in Allerone abspielte will ich gar nicht so detailliert schildern. Ich fand es skandalös:
Denn selbst den Stempel wollte er mir nicht geben, geschweige denn eine Übernachtungsmöglichkeit. Stattdessen wollte er mir 5€ in die Handrücken und sagte arrivederci.
Nun gut.
Also ein paar Leute im Dorf gefragt. Entweder Kopfschütteln oder ich wurde zum Pfarrer verwiesen.

Dank zweier Engel

Ich aß erstmal eine Pizza un deckt mich mit Wasser ein (Liter 6-9).
Es sollte noch ein Agroturismo 2 km in Richtung Orvieto geben. Aber das gab es nicht, oder ich fand es nicht. Also weiter. Jetzt hatte ich schon 38 km in den Beinen und schielte rechts und links nach Möglichkeiten für eine Zeltnacht. Bis Orvieto waren es noch 8 km: entschieden zuviel.
Und dann traf ich meinen 2. Engel. Er heißt Alessandro und wartete an einer Tankstelle. Lange Rede kurzer Sinn:
Er fuhr (!) mich 6 km weiter zu einem Hotel, mit dessen Chef er befreundet ist. Für 35 € schlafe ich jetzt in einem tollen Kasten (kostet sonst doppelt soviel).
Morgen laufe ich einfach wieder 3 km zurück und wieder her und dann hinauf nach Orvieto. Somit passt es.
Ich muß sagen, ich hatte heute eine mords Wut im Bauch und doch hat sich alles wieder gefügt.
Aber solche Riesenetappen fallen ab jetzt definitiv aus.
Ab jetzt wirklich piano.
Dank sei Gott für die beiden Engel. Der eine, der für genug Zeit am Tag sorgte und der andere, der da war, als fast nichts mehr ging!

Jul
14

Tag 80 – Chiusi 22 km (ges. 1528,5 km)

Heute muß ich wirklich kurz machen, denn der Akku ist gleich alle ( und ich kann den Batterieladestand an meinen Geräten mittlerweile gut lesen).
Heute hat der Herrgott mal die Heizung gedrosselt und den Ventilator eingeschaltet. Leichte Brise bei rund 32 Grad.
IN CHIUSI WAR DIE CHIESA HEUTE NICHT CHIUSO!
Sofort einen Schlafplatz bekommen. Eingelaufen in Chiusi, ziehung der Lottozahlen und „bums“ – 6 Richtige!:-)
Zwar auf dem Boden schlafen aber mit Dusche. Der Pfarrer aus dem Kongo war sehr nett, ich mußte trotzdem nach der Messe nach dem Einkauf (siehe Video) und nach der Pizza ziemlich warten, denn er war außer Haus und kam erst jetzt wieder. Ich hatte schon Angst (weil keinen Schluessel).
Ende gut, alles gut. Aber Nerven kostet es: ich draußen und meine Sachen drin und keiner öffnet.
Ich bin jetzt nun endlich drin und jetzt ist der Akuu fast leer. Gibt nur 1 Steckdose, 2 stockwerke tiefer, wo kein Empfang ist.
Va bene.

wieder ein Bettchen im Pfarrzentrum

Übrigens war Krystyna vor 2 Tagen auch hier. Ich stehe in lockerem SMS kontakt und wir trösten uns gegenseitig und muntern uns auf. Jetzt haben wir wieder diesselbe Strecke. Vielleicht sehen wir uns noch vor Rom. Wenn nicht dann IN.
Ich habe zur Zeit unersättlichen Hunger. Heute gab es 2 Pizzen, das hat gerade mal gereicht. Sonst gibt’s ja am Tag wenig bis gar nichts.
So, jetzt versuche ich noch ein Foto zu schalten, wenn der Saft reicht.
Ansonsten gesegnete Nachtruhe, bis morgen!

Jul
13

Tag 79 – Ruhetag auf der Isola Maggiore

Punkt 09:00 Uhr kam das erste Boot mit Touristen auf die Insel, aber es waren heute gar nicht soviele, wahrscheinlich, weil es zu heiß war. Im Laufe des Tages habe ich viele Sprachen gehört: deutsch, englisch, niederländisch, afrikaans, französisch etc.
Die meißten verweilen aber am Hafen und am Strand, sodaß ich die Insel fast weiter für mich alleine hatte. Es gibt tatsächlich 5 (!) Kirchen bzw. Kapellen hier – auf einem 1/4 qkm! Manch einem Zeitgenossen ist ja schon eine zuviel 😉
Den Vormittag habe ich damit verbracht, den Hl. Franziskus zu suchen und habe viel Zeit mit ihm verbracht. Das Schloß welches um ein verlassenes Franziskanerklosterherum gebaut wurde und bis vor rund 50 Jahren ein lebendiges und viel Besuchtes Ziel war, ist nun nicht mehr zu besichtigen! Schade.

Das wollten wir mal renovieren 🙂

Vor 8 Jahren konnte man die verlassenen Gemäuer samt Kirche noch besichtigen. Aber seit 3 Jahren tut sich etwas. Zumindest sichert man die Gebäude vor weiterem Verfall.
Leider kann man noch nicht mal mehr aufs Gelände und so habe ich Euch eine Postkarte abfotografiert, so wie ich es auch noch in Erinnerung habe. Wir hatten damals wirklich mal daüber gesponnen, hier eine Art Winterdomizil zu errichten, Außenstelle St. Wigberti.
Nun ja, man braucht Träume.
Geträumt habe ich dann nachmittags in einer schattigen Ecke, wo ich auch schlafen kann. Die Dusche am Strand ist zwar eiskalt, aber kostenlos.
Da bin ich beim Thema:
Ich habe heute festgestellt daß weitere Pilgereuro eingegangen sind. Als ob es manche geahnt hätten, daß nicht nur ich, sondern auch meine Geldbörse dünner wird.
Tausend Dank und vergelt’s Gott!
Morgen ziehe ich in die nächste Hitzeschlacht. Das erste Boot geht erst 09:20 Uhr und so bin ich spät auf der Strecke. In 3 Tagen will ich in Orvieto sein.
Euch einen gesegneten Abend!

Jul
12

Tag 78 – Isola Maggiore 20,4 km (ges. 1506,5 km)

Ich bin da! !!
Auf „meiner“ Insel!
Und ich bleibe!
Aber nicht für immer, sondern nur für 2 Nächte 🙂
Nach Endloskilometern heute im Glutofen (Knie wird jetzt ignoriert) habe ich gleich übergesetzt. One-way ticket, denn Hin- und

"Meine" Isola Maggiore

Rückfahrt gibt’s nur für denselben Tag. 30 Leute leben hier und wenn das letzte Touristenboot abgfahren ist am Abend ist, ist basta e silenzioso. Genau das was ich will und was der Hl. Franziskus hier vor 800 Jahren gesucht hat. Deshalb wollte ich hierher. Verliebt habe ich mich in die Insel schon vor 8 Jahren, als ich mal als Tagesausflügler hier war.
Morgen zeige ich Euch das Eiland mal.
Bis dahin ein paar Bilder und Video.
Schlaft gut, bis morgen!

.
PS:
Ach ja, jetzt bin ich in Umbrien!
Und die 1500 habe ich auch erreicht – gar nicht mitbekommen…
Wie sich die Zeiten ändern…

Jul
11

Tag 77 – Camucia 20,1 km (ges. 1486,1 km)

Heute morgen herzlich verabschiedet von Giovanni, dem ich in Zukunft viele Via Romea pilger wünsche – großartige Person!
Anschließend Verabschiedung vom Ehepaar Pfarr, die nun weiter für ein paar Tage durch Italien tingeln werden. Pisa, Florenz, wer weiß…Auch nochmal ein riesen Dankeschön für die gelungene Überraschung. Kommt gut heim!

Gelitten habe ich heute unter Hitze. Als ob es nochmal eine Schippe Kohlen obendrein gab im Vergleich zu gestern. Schon um 09:00Uhr satte 30 Grad. Am Nachmittag über 35. Natürlich im Schatten. Ich habe heute ein Digitalthermometer mit der 44 gesehen. Die Luft flimmert, der Schweiß läuft in Strömen – weiße Salzflecken an Hose und T-shirt.
Was bleibt einem übrig?
Ultreia! Ich muß, will weiter. Deshalb war ich froh, bereits um 13:30 Uhr im Zielort Camucia eingetroffen zu sein. 200 Meter darüber in den in.den Bergen liegt Cortona, wunderschöne Etruskerstadt; aber nicht bei der Hitze!
Nachdem ich in den letzten Tagen die großartige Gastfreundschaft im Casentino kennengelernt hatte und alles immer perfekt organisiert war, mußte ich heute wieder „Pilger-sucht-Herberge-Lotto“ spielen und zog prompt eine Niete!
Aber eine traurige. Da es Siesta-zeit war, habe ich es bei vorsichtigem Klingeln belassen. Bin erstmal zum Supermarkt und mich dort abgekühlt (Klimaanlagen ;-))
Gegen 16 Uhr wieder zum Pfarrhaus. Der Pfarrer war zu Hause, den er lugte durch die Fesnterläden. Aber es blieb zu. Im Pfarrheim war der Diakon zu Gange. Ich kam nichtmal dazu, mein Anliegen zu schildern. Ich solle hinauf auf den Berg und zu den Franziskanern – sind 3 km entfernt.
Er schob mich regelrecht hinaus. Ich blieb hartnäckig und klingelte erneut, wollte wenigstens meine Referenz und Pilgerpaß zeigen: Er schloß von innen 2 mal rum.
Ich war richtig sauer!

Hier war heute NUR Messe 🙁

Laß die Wut nicht oberhand gewinnen, dachte ich. Ich habe einfach bei der Pension um die Ecke eingecheckt. Fertig: ich mache jetzt kein langes Palaver mehr.
Aber um 18 Uhr saß ich in der Messe. Ich kann Leute verstehen, daß sie nach Enttäuschungen der Kirche den Rücken zukehren. Aber ich gehe ja nicht wegen dem Pfarrer oder einer Person in die Kirche, sondern wegen dem Herrgott.
Natürlich hat er mich erkannt, in der Messe und danach, als ich in die Sakristei bin. Ich habe gemerkt, daß es ihm peinlich war und habe ihn nicht lange gequält. Stempel geben lassen und gute Zeit gewünscht.
Merke: Gastfreundschaft ist ein großartiges Geschenk – aber man hat keinen Anspruch darauf.
Morgen will ich mir einen Wunsch verwirklichen. Laßt Euch überraschen, ob es gelingt. Ich bin auch gespannt!
Ach ja? Stimmt; Rom ist auf der Karte aufgetaucht! Und wie ich mich freue!

Könntet ihr ein paar kühlere Temperaturen über die Alpen schicken?
Danke! 🙂 Es ist jetzt 22:00 Uhr und immer noch 28Grad.

Jul
10

Tag 76 – Sassaia 29,6 km (ges. 1466 km)

Heute nach einem sehr heißen Tag dann doch wieder knapp 30 km absolviert: aber ohne Rucksack. Und das kam so:
Ich habe Besuch aus Werningshausen bekommen!
Außerdem bin ich von einem Tempelritter nach Sassaia begleitet und geführt worden, ähnlich wie auf dem Camino de Santiago. Giovanni ist „Profipilger“ und betreibt eine wunderbare Pilgerherberge in den Bergen. DAS wird einmal auch ein Highlight für Pilger die nach Rom wollen. Etwa 100 Pilger pro Jahr beherbergt ert er, die nach Assisi wollen auf dem Franciskus-weg. Bei den Rompilgern bin ich der erste. Es gab lecker Essen und einen schönen Abend mit meinen Überraschungsgästen – seht selbst:

Euch einen gesegneten Start in die neue Woche!

Jul
09

Tag 75 – Ruhetag in Subbiano

So, nun sitze ich wieder in „meinem“ kleinen Kloster hier hoch über Subbiano in Vogognano und lasse den Tag ausklingen. Wenn einmal in 10 oder 20 Jahren Heerscharen von Pilgern auf der Via Romea Richtung Rom ziehen, dann wird dies hier wohl eine Pilgerherberge erster Güte sein. Ihr werdet sehen!

Luigi, Gianpiero und Pfarrhaushälterin

Nach einem Gammelvormittag, kam erst einmal Gianpiero, der Vater des hiesigen Pfarrers, vorbei und kochte mir Pasta und Steaks. Er ist eine Seele von Mensch, obwohl seine Schwiegermutter im Sterben liegt, hat er sich um mich gekümmert, als nage ich am Hunfertuch. Ich mußte immer essen. Deshalb ganz gut, daß ich morgen weiter muß. Sonst werde ich hier faul und kugelig :-).

Den Nachmittag in Subbiano in bester Siestamanier verbummelt. Um 18 Uhr Abendmesse, wo ich vorgestellt wurde und am Ende auf englisch ein Grußwort vortragen sollte, welches übersetzt wurde. Danach wartete dann Luigi auf mich, der mich zum Pizzaessen einlud und für morgen auch schon meine Übernachtung in Policiana klarmachte. Grazie mille an Gianpiero und Luigi.
Morgen kann ich also sorglos loslaufen. Arezzo werde ich nur kuz anschauen können und nun hat sich auch eine Überraschung angekündigt. Morgen mehr!
In 3 Tagen will ich ein Zwischenziel erreichen, was mir sehr am Herzen liegt. Vielleicht ahnt es der ein oder andere schon.
Das war’s für heute.
Euch einen gesegneten Sonntag!
Ins Gebet schließe ich die Gemeinde Subbiano heute mit Dankbarkeit ein, ganz bedonders Giapieros Schwiegermutter

Jul
08

Tag 74 – Subbiano 20,2 km (ges. 1436,4 km)

Heute wieder einmal eine Tageszusammenfassung per Video; Ihr seht, ich habe wieder eine gute Verbindung und so habe ich heute auch die Videos von vorgestern endlich hochladen können. Das markante heute: Es war unglaublich heiß! Das war der Preis, daß ich mir heute Höhenmeter erspart hatt und dadurch auch den Wald. Am Fluß entlang war die pralle Sonne.
Aber seht selbst:


Euch allen ein gesegnetes Wochenende!

Jul
07

Tag 73 – Campi 6,4 km (ges. 1416,2 km)

Ja, ihr habt richtig gelesen. Das war heute meine definitiv kürzeste Strecke. Und das noch ohne Rucksack!
Ich habe nämlich hier in Mosaico die Möglichkeit, gleich 2 Nächte zu verbringen. Nach der gestrigen langen , anstrengenden aber auch sehr schönen Tour war das heute genau das Richtige! Und schön kurz; muss auch mal sein.
Aber bereits am Vormittag standen tausend Sonnen am Himmel und es war mehr als 30°Grad heiß. Da hätte ich auf einen Gewaltmarsch nicht wirklich Lust gehabt…das kommt dann morgen 🙂
Hier bei Uwe in dem winzigen Nest Mosaico ist für einen Pilger das Paradies! Frühstück und Kaffe (a la tedesco), Wäsche in die Waschmaschine, kurz nach Campi ins Tal hinuter gepilgert – dort bereits vom

Casentino

Shuttleservice erwartet worden und dann begann der 3/4 Ruhetag mit schönen Ausflügen in die Umgebung. Bibbiena, der Marienwallfahrtsort Santa Maria del Sasso, Poppi mit der schönen Festung, dort gab es auch ein leckeres Mittagessen a la carte! Herrn Caselli besucht, der der Initiator der Via Romea hier in Italien ist, dann hinaufgefahren nach La Verna. Die letzten 500 Meter zu Fuß hinauf, um wenigstens ein bisschen dort gepilgert zu sein und kein schlechtes Gewissen beim Empfang des Pilgerstempels haben zu müssen. In La Verna hat der, von mir sehr verehrte Hl. Franziskus seine Stigmata empfangen. Für mich ein bedeutender Ort. Abt Albert von Stade ist übrigens damals auch nicht dort gewesen, weil es zwar den Berg, aber noch kein Sanktuarium gab 😉
Nun gut, ich bin dankbar auch solche Orte etwas abseits am Wege anschauen zu können.
Das Casentino ist wirklich schön, deshalb habe ich auch nochmal ein Bild davon eingestellt. Es ist Italien, wie im Bilderbuch. Hier in der Einöde gibt es ein Problem mit dem Mobilfunknetz und es ist problematisch größere Datenmengen hochzuladen. Daher müsst Ihr auf einige Videos noch warten. ich hoffe, es wird morgen besser, wenn ich wieder im städtischen bereich bin. Das wird morgen eine Hitzeschlacht! Deshalb spare ich mir besondere Erhebungen und laufe im Flußtal des Arno entlang, was auch der historischen Route enstpricht. Außerdem muß ich weiter mein Knie schonen – wahrscheinlich hat das Abt Albert auch gemacht ;-). Mein Knie macht sich besonders beim Bergablaufen schmerzhaft bemerkbar- also erst gar nicht so hoch hinauf laufen…

mit Dr. Uwe Schott

Es bleibt mir, ganz herzlich für diese zwei Tage hier zu danken, für die ganze Unterstützung, Verpflegung und es ehrt mich, den Via Romea-cheforganisator nun auch einmal persönlich kennengelernt zu haben!
Das soll es für heute gewesen sein, weiterhin Danke an alle Mitleser,für Kommentare, für Gebete und gute Wünsche, für die Zeitungsartikel (ja, ich habe die Corriere di Bagno bekommen – ist im Pressespiegel).
Und: bleibt am Ball, es folgen noch spannende Videos, leider technisch erst demnächst.
Ach so, die Steinmandl. Die kennt man aus den Gebirgsregionen und sie stehen an Gefahrenstellen. so laut Wikipedia unter „Steinmännchen“.
Euch eine Gute Nacht, Buona sera!

Jul
06

Tag 72 – Moscaio 24,4 km (ges. 1409,8 km)

Heute muß ich kurz machen und kann auch kein Bild extra einstellen, da hier die Verbindung schlecht ist und die bits nur tröpfeln.
Der Aufstieg zum Passo Serra war sicherlich einer der Höhepunkte auf der gesamten Wanderung. Grandios!
Und anstrengend. Genaueres entnehmt ihr bitte den Bildern und dem Video – weitere folgen, wenn die Verbindung besser ist.
In Corezzo fühlte ich mich noch so fit um weiterzulaufen, landete aber auf der Alternativroute zur Via Romea, die dummerweise auch länger ist. Die Wege waren mitunter wirklich schwer zu begehen; durch Dornen zugewachsen und durch Erosion fast gefährlich, man muß sehr langsam gehen und auf jeden Tritt achten. Unterwegs noch einer Bache mit Frischlingen begegnet, die schon bedrohlich grunzte – ist aber alles gut gegangen.
Durch den Umweg, der viel Kraft kostete, entschied ich mich Straße zu laufen um dann eine Verknüpfung mit dem Originalweg zu bekommen. Das gestaltete sich als schwierig, weil es keine gab :-(.
Aber wieder nahten rettende Engel und nahemn mich mit nach Moscaio, wo Dr. Schott , Deutschlandorganisator der Via Romea, ein Haus besitzt. Er ist auch gerade im Lande, und so bin ich einen Tag früher als geplant hier eingetroffen. Mein Umweg war letztlich wesentlich länger als die Originalstrecke, aber so ist das manchmal…
Morgen habe ich nur 6 km zu absolvieren – und das ohne Rucksack! Den ich kann gleich noch eine Nacht hier verbringen und habe einen Shuttleservice! Tausend Dank.
Ich bin müde und kaputt vom Tag, aber gesund -DSG.
Euch eine gute Nacht.

Jul
05

Tag 71 – Ruhetag in Bagno di Romagna

Mit Sereno Rossi

Der Tagesbericht kommt spät, aber kommt. Ich hatte ein volles Programm heute und habe doch nicht alles geschafft.
Wie angekündigt, bin ich heute früh nochmal zurück nach San Piero gelaufen und habe mich dort mit Sereno getroffen ( arbeitet für die Tourismuszentrale in Bagno). Außerdem wurde ich vom Bürgermeister empfangen, Herrn Spignoli begrüßt und mit einem (tragbaren) Geschenk bedacht. Dazu kam dann noch eine Art „Pressekonferenz“ mit gleich 3 Zeitungen – das lief englisch-italienisch.
Ich werde mal morgen schauen, ob ich alle 3 Zeitungen bekomme, bevor ich dann innerhalb von 7 km über 600 Höhenmeter auf den passo serro aufsteigen kann. Irgendwie komme ich da oben schon an. Dann hinunter nach Corezzo in die Toskana.

Empfang von Bürgermeister Lorenzo Spagnoli

Außerdem war ich heute bei Pater Bruno bei den Franziskanern. Wir haben uns gut unterhalten, weil er auch froh war, sein deutsch auffrischen zu können. Es tat mir leid, die Gastfreundschaft ausschlagen zu müssen. Hier in Bagno di Romagna hätte ich für eine ganze Woche Betten ohne Ende.
Die Therme fiel leider aus. Ich wurde von oben mit üppigen Regengüssen beschenkt, gerade als nix zum unterstellen war. Die 8 Extra-km (hin-und zurück nach San Piero) rechne ich natürlich nicht mit 🙂 Zurück in Bagno di Romagna war ich dann noch in der Abendmesse und Pizzaessen mit Thomas, der mich schon wieder eingeladen hat!

Mit Thomas, Pizza schon aufgegessen

Langsam weiß ich nicht mehr wohin mit meinem Dank.
Deshalb heute gleich 3 Bilder hintereinander weg.
Euch eine gute Nacht.
Morgen nun geht es nochmal.richtig nach oben. Neue Voltarenpflaster habe ich besorgt und auch ein neues Schlauchtuch!
🙂

Jul
04

Tag 70 – Bagno di Romagna 22,5km (ges. 1385,4 km)

Tatsächlich angekommen im „Via Romea- Land“!

Lange vermisst, aber nun wiedergefunden

Das Foto bezeugt es: aufgenommen heute Nachmittag in Bagno di Romagna, nahe an der Grenze zur Toskana und übrigens auch, für die Interessierten der jüngeren Geschichte, an der „Gotenlinie“ aus dem 2. Weltkrieg, einer der Hauptverteidigungslinien der Wehrmacht gegen die vorrückenden Alliierten. Überall findet man hier Hinweise, Informationstafeln oder Denkmäler aus dieser Zeit.
Für mich standen heute zum Frühstück erst einmal 500 Höhenmeter zum Passo del Carnaio (760 ü.d.M.) mit grandiosen Aussichten auf dem Programm (siehe Bilder in der Galerie).
Es ging erstaunlich gut! Allerdings waren die anschließenden 300 Höhenmeter abwärts nach Bagno di Romagna schlecht für mein Knie. Ich spüre es massiv, kann es aber jetzt auch nicht ändern. Morgen mache ich erst einmal Ruhetag hier. Das war gar nicht so sicher, denn beim Pfarrer kann ich nur eine Nacht bleiben, obwohl es im Gästezimmer des Pfarrhauses sehr schön ist.
Irgendwie gab es heute auch Mißverständnisse, da ich wohl in San Piero (4km vorher) schon erwartet wurde. Das hatte ich aber nicht wirklich mitbekommen, oder war zu früh oder zu spät – jedenfalls bin ich dann weiter gelaufen.
Hier aber nach der Abendmesse den Theologiestudenten Thomas kennengelernt, der mich dann gleich zum Abendessen eingeladen hat und morgen habe ich auch gleich eine Bleibe. Da nutze ich den Tag morgen für 3 Dinge:
1. Zurück nach San Piero laufen und die Mißverständnisse aus dem Weg räumen.
2. Meinen TA- wochenbericht schreiben
3. Eine der schönen Thermen hier im Ort aufsuchen und mein Knie in das heilende Wasser stecken.

Ihr seht, Ruhetage haben auch ihr Programm!
Euch einen gesegneten Abend!

Jul
03

Tag 69 – Santa Sofia 11,2 km (ges. 1362.9 km)

Der ausführliche Tagesbericht folgt hier noch. Ich habe allerdings nochmal kurzfristig meine Etappenplanung für morgen geändert – ich laufe gleich bis Bagno di Romagna duch und lege dort einen Ruhetag ein (siehe rechts).

… 21:00 Uhr: so, nun geht’s weiter mit der Tageszusammenfassung.
Ein Nachtrag zu gestern Abend:
Eine Vorabendmesse auf der Straße hatte ich auch noch nicht erlebt. Und dann mit anschließender Verköstigung durch die Anwohner. War wirklich ein schönes Erlebnis, es gab auch welche, mit denen ich mich auf inglese unterhalten konnte – schön!

Santa Sofia


Ich merke, daß ich immer tiefer in das Via Romea-Land vorstoße. Natürlich laufe ich schon seit über 2 Monaten diesen Pilgerpfad, aber hier merke ich, daß die Leute auch was mit der „Via di Stade“, (nach Abt Albert von Stade) anfangen können. Es ging heute langsam bergauf Richtung Santa Sofia, ein wirklich nettes kleines Nest, und heute, das war fast wie ein Ruhetag. Heute Morgen noch Morgengebet mit beiden Don Massimos gebetet, dann in der Eile mein Schlauchtuch vergessen (was wirklich blöd ist- ein scheinbar unbedeutendes Ausrüstungsstück, was mir fehlen wird) und dann bei herrlichstem Pilgerwetter (kühl und sonnig) nach Santa Sofia gelaufen.
Hier erwartete mich Rodolfo, einer der Freunde der Via Romea hier im Bidente-tal. Leider hatte er nicht viel Zeit, aber er hatte alles vorbereitet. Meine Unterkunft (ein Himmelreich) und Mittagessen in einem kleinen Restaurant!
Nur laufen muß ich noch selber!
Leider ist der Bürgermeister, den ich auch grüßen sollte, „vacanza“, also irgendwie im Urlaub oder unabkömmlich ist. Schade, aber ich habe den Tag wirklich genossen! Und schön ist es hier!
Pilgerstempel gab es nach der Messe in der Sakristei.
Morgen also hinauf und hinüber nach Bagno di Romagna, wo ich mich auf die Schlüsselstelle der Apenninen vorbereiten und die Toskana in Angriff nehmen werde.
Nochmals herzlichen Dank, Grazie mille an Rodolfo. Ich fühle mich geehrt!
Wenn ihr das aber in 10 oder 20 Jahren mit den Pilgern auch.noch so macht, wird das teuer, denn ich bin vielleicht der erste Fußpilger aus Deutschland, aber sicher nicht der Letzte 🙂
Einen gesegneten Sonntag Abend, euch allen!

Jul
02

Tag 68 – Civitella 18,5 km (ges. 1351.7 km)

Heute wieder einmal eine Tageszusammenfassung per Video aus Civitella in der Emilia-Romagna.
Die Überquerung der Apenninen hat begonnen!
In diesem Video erkläre ich nebenbei einmal, wie das alles technisch funktioniert.
Euch allen, auch dem Ehepaar Kraft (vielen Dank für das gute Gespräch) einen gesegneten Sonntag!

Jul
01

Tag 67 – Meldola 13,6 km (ges. 1333,2 km)

Heute hat es doch tatsächlich wieder mal geregnet. Aber erst nachdem ich ein trockenes Plätzchen in Don Mauro’s Pfarrhaus von San Nicolo gefunden hatte. 🙂
Den Tag habe ichunterwegs ziemlich vertrödelt. So einen Luxus kann man sich nur erlauben, wenn man weiß, daß es nicht weit ist und die Unterkunft sowieso geklärt ist. So ist das übrigens auch in den nächsten Tagen, wo ich, dank der jetzt zahlreichen „Via Romea“-Freunde mich nicht sorgen muß um die Unterkunft. Das ist wohltuend, entspannt zu wandern und nachmittags kein Lotteriespiel vor sich zu haben.
Ich möchte nochmals Don Gabriele aus Forli danken, der mich nicht nur erstklassig versorgt hat (sogar Socken wollte er mir schenken, als er ein Loch in einem meiner erspäht hatte), sondern auch in der Abendmesse für das Anliegen meiner Pilgerreise gebetet hat (soviel habe ich verstanden) ;-).
Heute habe ich ein bisschen „Bar-hopping“ gemacht. Von Capuccino zu Capuccino. Als Deutscher kann ich mich immer noch nicht an die Finkennäpfchen gewöhnen, in denen der Kaffee daherkommt. Da bin ich eher amerikanisiert und mir kann der Kaffeepott gar nicht groß genug sein. Oder eben gleich 3 oder 4 Capucchino ;-).
Ich habe auch ein bisschen nachgedacht, woher mein „Tief“ rührt, wenn es überhaupt eines ist.
Ich glaube es hat einen ganz simplen Grund. Nein, es ist nicht der Weg. Ich habe auch keine Bange vor den Apenninen (sollen sie ruhig kommen).
Es ist auch nicht der seit fast 10 Wochen immer wiederkehrende Rythmus (packen, gehen, Schlafplatzsuchen, zur Messe gehen, essen und schlafen) obwohl ich mich darauf freue wieder ganz normal jeden Abend in mein eigenes Bett steigen zu können und auch sonst wieder einen „normal häuslichen“ Alltag zu haben.
Nein, es ist wohl etwas viel banaleres:
Ich vermisse einfach, daß ich mich „fließend“ unterhalten kann, mit Freunden und Bekannten.
Mit meinen paar Sätzen italienisch stoße ich eben sehr schnell an Grenzen. Und mit english läuft es hier in Italien auch nicht wirklich gut. Klar, ich hätte ja italienisch lernen können, aber im Ernst. Bis man sich eine Sprache so angeeignet hat, daß man sich einigermaßen fließend unterhalten kann, vergehen Jahre (bei mir eher Jahrzehnte).

tägliche Hausaufgaben

In einer Kaffeebar zu sitzen und nicht teilzuhaben an Gesprächen, in ein Geschäft zu gehen und grade mal das notwendigste zu klären, nach dem Weg zu fragen und endlose Antworten zu bekommen, mit denen man oft nichts anfangen kann, auf Anfrage immer nur ein paar Kleinigkeiten erklären zu können, – das macht auf Dauer einsam.
Bitte jetzt nicht mit dem letzten Griechenland- oder Spanienurlaub vergleichen. Das ist mit Sicherheit anders.
1. Wesentlich kürzer
2. Sprechen in den Touristengebieten viele deutsch oder wenigstens englisch
3. Ist das hier kein Urlaub, wo eh alles geklärt ist (Hotel usw.)
und
4. ist man da meistens nicht alleine.

Selbst auf dem Camino de Santiago geht es internationaler zu.

Das soll jetzt keine Schuldzuweisung sein. Wenn, dann liegt es im Zweifelsfall an meinen Unzulänglichkeiten.
Aber es ist mir bewußt geworden, als ich darüber nachgedacht habe, warum mir im Moment einiges schwer fällt und warum ich mich so sehr aufs Ankommen freue.
Es ist auf jeden Fall ein Umstand, den ich im Vorfeld unterschätzt habe und mit dem.ich jetzt umgehen werde.
Übrigens, wenn ich laufe, mekre ich das gar nicht so. Da redet man mit sich, mit dem lieben Gott, mit seiner Umgebung. Aber, und eben gerade im Moment wieder passiert, bei einem Gespräch ist eben nach spätestens 3 Sätzen schluß.

So, jetzt genug damit.
Ich habe heute die Apenninen erreicht und damit die zweite ganz große Gebirgshürde nach den Alpen.
Aber das sind auch nur Berge 😉

Jun
30

Tag 66 – Forli 27,6 km (ges. 1319,6 km)

Heute Abend bin ich genauso herzlich empfangen, wie ich heute früh verabschiedet wurde!
Das macht Freude Mut!
Die Emilia-Romagna hat sich für mich nunletztlich zu einer sehr pilgerfreundlichen Region entwickelt – wohl auch Dank der Vorarbeit von Maurizia und Rodolfo.
Heute früh war der Himmel bedeckt und es war merklich kühler als in den letzten Tagen, aber damit war es dann am Nachmittag auch vorbei, als es unerträglich schwühl wurde. Dazu war die Strecke am Fluß Ronco sehr eintönig und zog sich, nur durch kleine Knicke durchbrochen, wie ein endloses Asphaltband an Äckern und niedrigem Bewuchs entlang, sodaß die Hitze mir dann irgendwann wieder zu schaffen machte. Ich merke, wie mein Körper irgendwie ausgelaugt wirkt. Deshalb war ich auch froh, gegen 16 Uhr, in Forli einzutreffen. Übrigens hat mich google maps hier zum ersten Mal im Stich gelassen. Die Straße zur Überquerung der Bahngleise gibt es nicht (mehr?)!

S. Paolo / Forli

Das ist für einen Pilger kein Problem, nur das sehr schlammige Danach konnte ich vorher nicht sehen und dann auch nicht umgehen. Macht nichts- heute wurde mir in San Paolo sogar die Wäsche gewaschen. Dusche, Bett, Pizza, Bier: Pilgerkomplettversorgung erster Güte! Dank an Don Miro und Don Gabriele, mit dem ich auf englisch auch sehr interessante Gespräche hatte!
Noch etwas zu meiner Ankunft in Rom und den Weg dorthin:
Mittlerweile ist das Ankommen mein Ziel, ich denke nun fast jeden Tag daran. Der Weg wird mir immer schwerer und ich freue mich am allermeißten auf ein paar liebe Menschen dort, die mich in Empfang nehmen. Von mir aus ganz ansonsten der Petersplatz, ja sogar ganz Rom menschenleer sein. Es ist mir immer eine Freude, Euch an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Das macht im Übrigen auch eine Menge zusätzlicher Arbeit und kostet täglich einige Zeit. Ich mache das aber aus Freude und weil ich es vielen von Euch da draußen auch schuldig bin, auch weil es um eine Sache geht, die vielen von uns wichtig ist. Pilgern ist immer auch eine Form von Buße, und ganz besonders wenn es über viele Wochen an die körperlichen Leistungsgrenzen geht. Ich weiß aber auch, das uns verheißen ist, daß niemand über seine Kraft versucht werden wird. In sofern bin ich voll Gottvertrauen und Zuversicht, auch wenn es jetzt bald wieder in die Berge geht, die ich heute schon nah vor Augen hatte. Und so vertraue ich auch, daß ER mich auch über diese Hürden trägt, wie ER es auch die 1300 km zuvor getan hat.
Euch allen eine gute Nacht!

Jun
29

Tag 65 – Ruhetag in Ravenna

Ravenna war den Ruhetag wirklich wert! Die Stadt hat sich bei mir gleich auf Platz 2 der schönsten Städte Italiens, die ich bis jetzt auf meiner Pilgerwanderung gesehen habe, katapultiert. Hinter Verona, die war einfach noch einen Tick schöner 🙂
Die Geschichte Ravennas ist überall spürbar. Besonders die byzantinischen Kirchen und Mosaike sind atemberaubend! Bilder und Videos dazu seht ihr in der Galerie.

Meine hilfreichen Engel in Ravenna

Meine hilfreichen Engel in Ravenna

Ganz toll war auch, daß ich endlich Patrizia und Maurizia kennenlernen konnte, die mir beide auf ihre Weise sehr um Unterkunft und Hilfestellung hier und auf dem weiteren Weg der Via Romea gekümmert haben. Grazie mille!
Daß Patrizia auch noch perfekt deutsch spricht, ist natürlich umso besser, auch wenn sie meint, ich solle mich noch mehr bei meinem italienisch anstrengen. Leicht gesagt.
Auch hatte sie mir Eintrittskarten für einige wichtige Sehenwürdigkeiten Ravennas besorgt. Auch Dank dafür!
So konnte ich einige Höhepunkte dieser Stadt wirklich voll genießen.
Zur Abendmesse war ich in San Rocco, wo ich untergebracht bin und dort werde ich mich dann auch morgen beim Pfarrer nach der Morgenmesse bedanken. Auch wenn ich von der Predigt heute „an Petrus und Paulus“ fast nichts verstanden habe. Es ist EINE Messe, EINE Liturgie – EINE KIRCHE.
Wir tuen Christus weh mit unserer Teilung und Trennung, und vor allem mit dem Beharren darauf – das wir mir immer bewußter!

Ansonsten habe ich den Ruhetag in vollen Zügen genossen. Morgen geht es nach Forli (auf der 2.ten Silbe betont). Auch dort habe ich dank Rodolfo bereits eine Unterkunft beim Pfarramt – anche ringraziare!
Ich muß, will weiter! Ultreia! wie man auf dem Jakobsweg sagt.

Das kleine versteckte Quiz war spontan und auch bald gelöst. Der Gewinner ist Götz aus Berlin, er war einfach 7 Minuten schneller als die anderen!

Und noch etwas:
Heute hatte ich Premiere im ital. Web-TV. Dort.hat man mich zwar gleich zum „Padre“ gemacht, aber vorenthalten will ich es Euch nicht. Der Dank geht nochmals an Patrizia für ihre Übersetzung.
Seht selbst und einen gesegneten Donnerstag!

Jun
28

Tag 64 – Ravenna 23,9 km (ges. 1292 km)

Heute waren mir die Beine schwer.
Ich weiß auch nicht warum. Gestern auf dem Campingplatz hatte ich noch ein sehr nettes Gespräch mit einem Ehepaar, das ein schwereres Päckchen zu tragen hat, weil sie an den Rollstuhl gefesselt ist. Das hat mir sehr zu denken gegeben. Wie gut habe ich es doch dagegen. Da sollte ich nicht so sehr über meine Probleme jammern. Danke wieder einmal fürs Augenöffnen.
Nachdem sich die Animateure und Campinggäste bis Mitternacht ausgetobt hatten, kehrte endlich Ruhe ein und ich bin schnell eingeschlafen.
Heute morgen in aller Stille, kein Mensch zu sehen, dann los, nach Süden, nach Ravenna. Erst immer schön an der Küste entlang durch einige Badeorte, dann schräg ins Landesinnere durch hässliche Industriegebiete…naja, wer das Ziel will, muß die Wege wollen.
Da sprach mich dann plötzlich ein Mann an, Stefano heißt er und fragte, ob ich der Rompilger sei. Hier im Gebiet Ravenna leben etliche Via Romea Freunde und bald ist auch der Weg wieder ausgeschildert, nach eine Lücke von knapp 1000km. Wird schon irgendwann!
Morgen treffe ich mich mit Patrizia, die ganz viel im Hintergrund für mich organisiert, u.a. meine Pilgerunterkunft in der Pfarrgemeinde San Rocco. Hier habe ich alles: Bett, Dusche usw. -toll!
Ich bin noch ein bisschen durch Ravenna geschlendert, aber einfach zu müde, mir genaueres anzuschauen. Das mache ich morgen.
Die Hitze hier ist schon grenzwertig. Heute füh war es sehr schnell sehr heiß und es standen tausend Sonnen am Himmel. Da fällt das gehen schwer. Geschätzte 5 Liter Wasser habe ich

alte Schule

alte Schule

nur auf dem Weg getrunken. Da ist man dann einfach irgendwann kaputt, und so habe ich mir noch was gutes gegönnt. Eigentlich wollte ich nur mal wieder die Haare schneiden lassen, habe aber dann auch gleich nach Rasur gefragt. Alte Schule, kein Kratzer, Gesicht glatt wie Babypopo. Klasse.
Jetzt sehe ich auch nicht mehr so verwildert aus.
Ansonsten schreibe ich heute noch meinen TA Artikel, der fällig ist und gehe früh ins Bett, wenn es die Temperaturen zulassen.
Morgen schaue ich mir dann Ravenna an-
Ich freu mich drauf!

Jun
27

Tag 63 – Casalborsetti 20 km (ges. 1268,1 km)

Das Meer! Die Adria!,
das hat für mich auf meiner Pilgerreise einen besonderen Stellenwert. Etwa so, wie am Anfang das Erreichen Bayerns oder dann Österreichs oder die Überquerung des Brenners. Solche markanten Punkte sind auch für die Psyche wichtig. Schließlich ist der alltägliche wiederkehrende Rythmus des Packens, Laufens, Essens und Schlafens so sehr zur Normalität geworden, daß man eigentlich nur an wichtigen geographischen Punkten so richtig merkt, wie man vorankommt. Und das freut einen natürlich. Mein guter Freund Francesco will auch immer das Meer sehen. Ich ahne jetzt, warum.
Heute Morgen gab es kurz vor dem Frühstück und Pilgersegen bei Don Paolo, ein wunderbarer Pfarrer, tausend Dank, ein kleines Unglück auf der anderen Straenseite. Ich habe ein Foto gemacht (Galerie). Die Carabinieri haben den Bürgersteig dicht gemacht und waren dann wieder weg. Die Ladenbesitzerin wird sich gewundert haben, als sie kam, um ihr Geschäft aufzuschließen…;-)
Die Strecke war etwas eintönig, erst ganz am Schluß habe ich das Meer gesehen.
Wo ich übernachte und wie es mir an der Adria gefällt, seht ihr in 2 Videos:


Und IM Meer:

Ich freue mich so sehr!!!!

Morgen geht es nach Ravenna!
Euch eine gesegnete Zeit!

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