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Jul
22

Tag 88 – Campagnano di Roma 27,1 km (ges. 1692,9 km)

Ich fühle mich wie als kleiner Junge zur Adventszeit, wenn Weihnachten nicht näher rückt und man immer ewig warten muß bis auf dem Adventskranz das nächste Licht entzündet wird. Heute kam noch das Laufbandgefühl dazu, bei dem man meint, auf der Stelle zu treten.
Die Via Francigena macht wirklich große schleifen. Nix war’s mit irgendwie parallel zur Haupstraße. Irgendwann wunderte ich mich, warum es so lange ostwärts ging. Nichts gegen schöne Wege, und das waren sie heute, aber wenn es ewige Umwege werden, dann überlege ich mir für morgen sehr genau, wie weit ich mich von der Direktlinie entferne.
Heute brutto 27 km gelaufen und netto 18 km vorwärts gekommen. Das kann es auch nicht sein. Pilger im Mittelalter haben auch die effektivsten Wege gewählt und sind nicht auf „Schönheit“ gelaufen. Ich, Pilger 2011, mache das genauso. Morgen und übermorgen laufe ich auf ROMA.

Heute mal keine Pizza

Mein Kopf ist sowieso schon dort, ich denke an fast nichts anderes mehr.
Durch eine überraschende Geldspritze waren heute auch meine Unterkunftssorgen nichtig, und ich bin einfach in die erstbeste Pension und habe dot eingecheckt. Als ich nach der Messe meinen Pilgerstempel abholen wollte, hat mich der Pfarrer spontan zur Übernachtung im Pfarrheim eingeladen. Ich war auch dort, aber es wäre ein Tischtennisraum gewesen ohne Dusche, also der Minimalstandard. Nein, und das mag jetzt für die hartgesottenen Pilger dekadent klingen, ich bin froh, daß ich Bettchen und Dusche für mich habe, besonders nach so einem Tag. Tolle Landschaft aber viel Hitze, Staub und Höhen- bzw. Kilometer.
Heute Nachmittag habe ich erstmal geschlafen und bin auch jetzt schon wieder sehr müde. Bei der Predigt, wäre ich auch beinahe eingeschlafen, der Pfarrer sprach so ziemlich das langsamste italienisch, was ich bis dato gehört hatte.
Ich danke Gott, es bis hierher geschafft zu haben. Und bitte ihn, die letzten (ca. 32??) km nicht endlos werden zu lassen.
Grüße an Euch alle und gesegnetes Wochenende, ganz besonders nach Mönchengladbach und nach SdC und an den Bodensee-
bis Morgen!

3 Kommentare

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  1. Erich Bissoir sagt:

    Hallo Klaus,

    zunächst einmal danke für das Foto. Ich kann Deine Vorfreude auf das Erreichen Deines Ziels verstehen auch wenn aus Deinem letzten Bericht so etwas wie „Schnauze voll!“ herauszulesen ist. Aber wenn Du in Rom angekommen bist, wird das alles vergessen sein und Du kannst stolz auf Deine Leistung sein.

    Ich hoffe mit Dir, dass der Zweck Deiner Wanderung in Rom die gebührliche Beachtung findet.

    Für die letzten Kilometer „Gut Fuß“ und bleib heiter.

    Gruß
    Erich und Anneliese

  2. Flo und Caro sagt:

    Hallo Klaus,

    Jetzt ist Endspurt angesagt. Deine wahrhaft herrausragende Leistung nährt sich dem wohl verdienten Ziel. Auf das dich die Füße noch bis zum Ende gut tragen.

    Viele Grüße

    Caro und Flo

  3. Hans und Dagmar sagt:

    Es ist schön,zu sehen das es dir gut geht und du es bald geschafft hast.

    Alle Schmerzen und Sorgen sind bald vorrüber…du steuerst die letzten Kilometer an’s Ziel- wir freuen uns mit dir, lieber Klaus…

    Wir denken morgen an dich, stoßen mit dir an- PROSTauf Rom !!!

    Es grüßen ganz lieb………Dagmar , Hans , Percy

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